Hauptnavigation

Über allen Wipfeln…

im Tegeler Forst war am Samstag eine besondere Ruhe zu spüren. THW-Helfer hantierten am Waldboden und in der Höhe konzentriert an speziell markierten Baumstämmen. Die Ruhe über den Wipfeln währte jedoch nicht lange.

Mit mehrfach lautem Knallen und abgesprengten Ästen war sie zumindest am Samstag gegen Mittag dahin. Zuvor ertönte warnend das Horn. Sicherungsposten schwirrten aus. Schließlich übten hier die Sprengberechtigten der Fachgruppen Sprengen aus sechs Ortsverbänden des Landesverbandes. Unterstützung erhielten sie von THW-Bergungseinheiten aus Reinickendorf und Spandau, die die Absicherung und notwendige Sperrung des Areals sicherstellten sowie von Einsatzkräften der DLRG, der Berliner Polizei und der Berliner Forsten.

Was nach Zerstörertum aussieht hat einen handfesten und nachhaltigen Hintergrund: Artenvielfalt im Wald fördern. Denn die Kronensprengung von toten, beschädigten oder kranken Bäumen ist Teil der nachhaltigen Forstwirtschaft. Nach der Sprengung übrig bleibende Stammrümpfe sind wertvoller Lebensraum für Waldtiere. Die Berliner Forsten hatten diese Maßnahme in der Vergangenheit schon mehrfach mit dem THW umgesetzt und können gute Ergebnisse vorweisen.
In den von Erholungssuchenden stark frequentierten Berliner Wäldern dient diese Maßnahme auch der Verkehrssicherung. In diesem Fall konnte ein Areal entlang des Mühlenweges für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden.

Die Aufsichtsperson Sprengen, gemeint ist der Sprengmeister, koordinierte die Übung und behielt den Überblick. Nachdem auch die elektrische Zündung der Einzelladungen hergestellt und geprüft war, wurde das Areal weitläufig gesichert. Die Polizei sperrte auch die vielbefahrene Konradshöher Straße vorübergehend. Das zweite Sprengsignal („Es wird gezündet und gesprengt“) ertönte, dann kam es per Knopfdruck an der Zündmaschine zur Sprengung. Mit Lichtblitz und lautem Knall weithin spürbar.

Für die Sprengberechtigten gab es damit im Tegeler Forst eine gute Möglichkeit zu üben und die regelmäßig erforderliche Unterweisung durchzuführen. Ein Ausbildungsziel war auch das Optimieren von Sprengungen. Also zu lernen, wie mit wenig Sprengstoffeinsatz eine optimale Wirkung erzielt werden kann.

Die Teilnehmenden kamen aus den Berliner Ortsverbänden Spandau, Reinickendorf, Treptow/Köpenick, Tempelhof/Schöneberg und aus Fürstenwalde/Spree und Halle (Saale). THW-Kameraden der Bergungseinheiten aus Reinickendorf und Spandau unterstützten, indem sie die Absicherung und notwendige Sperrung des Areals sicherstellten. Das THW übte gemeinsam mit Einsatzkräften der DLRG, der Berliner Polizei und der Berliner Forsten. Für die notwendige Verpflegung sorgten die Kameraden des Ortsverbandes Berlin Reinickendorf.

Schon im Vorfeld des Übungstages hatten THW-Sprengberechtigte die von Forstfachleuten gekennzeichneten Bäume für die Sprengung präpariert. Unter anderem hatten sie Sprenglöcher gebohrt. Eine langwierige Tätigkeit, da sowohl das Arbeiten in der Höhe als auch der Umgang mit Sprengstoff und Zündmitteln ein besonders hohes Maß an Umsicht und Sorgfalt erfordern.

Nicht immer funktionierte bei der Übung gleich alles zu einhundert Prozent. Das gehört ebenfalls dazu. Denn wenn eine Ladung nicht auslöst und der gewünschte „durchschlagende“ Erfolg ausbleibt, gibt es immer auch einen zweiten Anlauf.

Redaktion

Alle vom THW zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle "THW" für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.

Zusatzinformationen

Mehr zur Region

Archiv

Hier können sie nach Ausbildungen suchen.

Archivsuche

Navigation und Service